Toleranzweg in Ramsau

auf geheimen Wegen

Toleranzweg

Der Toleranzweg in Ramsau am Dachstein führt von der evangelischen Kirche in Ramsau Ort über einen kleinen Wiesenweg am Mayerhofergut vorbei. Danach folgt ein schwieriger Anstieg über einen Waldrücken bis hin zum Predigtstuhl am Fuße der Scheichenspitze. Über einen weiteren Waldsteg kommt man wieder zu den Bergwiesen zurück und folgt dann wieder dem beschilderten Pfad zur Kirche.

Geschichte zum Toleranzweg

Die Ramsauer Bauern hielten schon von Beginn an Luthers Glaubensgrundsätzen fest. Diese wurden durch den Buchdruck von Gutenberg abermals begünstigt, da sich dadurch die Schriften sehr schnell verbreiteten. Einerseits brachten die Schladminger Bergknappen den lutherischen Glauben ins Ennstal, andererseits wurden die Bibeln von Gosau über den Bibelsteig nach Ramsau gebracht. Somit waren bereits Ende des 16. Jahrhunderts zwei Drittel der Steirer evangelisch, worauf Erzherzog Ferdinand II mit einer Gegenreformation reagierte.

Glaubensausübung

Dennoch blieben die Ramsauer dem evangelischen Glauben treu und hielten ihre Gottesdienste versteckt in einem Stall ab. Der Mayerhofer Stall am Fuße des Predigstuhls ist einer der bekanntesten Orte wo solche Gottesfeiern abgehalten wurden. Die Bibel wurde meist gut geschützt unter den Bodenbrettern des zornigsten Stiers versteckt.

Predigtstuhl

Weiter den Berg hinauf, geschützt von Bäumen und doch schon in felsigem Gelände befindet sich die bekannteste Glaubensstätte der Ramsau und auch der Gipfel des Toleranzweges. Dieser Punkt bot eine gute Aussicht auf herannahende Hetzer und war gleichermaßen ein ideales Versteck vor solchen. Die Tafel mit dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ erinnert heute noch an die damalige Zeit.

Predigtstuhl

Toleranzweg

Evangelische Kirche Ramsau

Evangelische_Kirche_Ramsau

Mayerhofergut